Wildwasserschulung Hildesheim

 

Ein bis zweimal im Jahr fahren wir mit allen Wildwasserinteressierten zur künstlichen Wildwasserstrecke Bischhofsmühlen in Hildesheim. Hier werden 

erste Techniken zum Wildwasserfahren vermittelt, gelernt die Strömungen zu lesen und für sich zu nutzen und geübt wie man sich im Ernstfall zu verhalten hat. Dabei kommt weder Spaß noch leibliches Wohl zu kurz. Meist wird tagsüber ein Camp direkt neben der Strecke aufgebaut, wo die warm eingepackten nicht-Aktiven die halberfrorenen Aktiven mit warmen Getränken und kleinen Snacks versorgen, denn die Fahrten finden im Frühjahr und Herbst statt, wenn genug Wasser durch die Anlage läuft. Wenn du mit uns auf größere Wildwasserfahrten kommen möchtest, solltest du vorher einmal mit nach Hildesheim kommen.

Lennard am Spielen in Hilderheim

Wildwasserschulung in Hildesheim 2013

Juhu! Endlich wieder Wildwasser fahren! Das dachten wohl viele als die Hildesheimfahrt angekündigt wurde. Denn 1 7 mutige Paddler fanden sich zusammen, um auf der KanusportAnlage Bischofsmühlen in Hildesheim ihre Wildwasserkenntnisse aufzufrischen, zu verbessern und zu erweitern, oder um überhaupt erste Erfahrungen zu machen. Am Freitag wurde im strömenden Regen der Bootsanhänger gepackt und einige Stunden später kamen wir im immer noch strömenden Regen an der Kanu- und Segelgilde Hildesheim an. Da der strömende Regen das Zelteaufbauen stark erschwerte, durfte glücklicherweise in der Hütte übernachtet werden, was sich die Zelter nicht zwei Mal sagen ließen. Ein Vorteil hatte der strömende Regen allerdings - auf der Wildwasserstrecke herrschte kein Wassermangel. Nach einer verregneten Nacht ging es am Samstagmorgen vor dem Frühstück zur Strecke, mit kurzem Zwischenstopp, um den Bäcker gründlich zu plündern. Nachdem das Basislager unter einer Tarp- und Pavillonkonstruktion aufgebaut und alle Mägen zur Zufriedenheit ihrer Besitzer mit leckeren Brötchen gefüllt waren, zogen sich die Kälteresistenten einen warmen Neoprenanzug an, um sich auf das Wasser zu wagen. Zunächst wurde Ein- und Ausschwenken aus dem Kehrwasser und das Traversieren an einer Stelle mit wenig Strömung geübt, so dass alle ein wenig Bootsgefühl bekamen. Anschließend stürzten sich die Mutigsten mit Lennard und Martin in die Fluten und schwammen einen Teil der Strecke. Das macht nicht nur großen Spaß, sondern hilft auch, die Strömungen zu verstehen, besonders die, die unter der Oberfläche sind, die man also beim Paddeln kaum zu spüren bekommt. Außerdem erklärte Lennard, dass es bei der Walze der ersten Stufe nötig ist, einen tiefen Paddelschlag zu machen, um aus der Walze zu gelangen, da nur das Wasser deutlich unter der Oberfläche überhaupt den nötigen Halt gibt. Schließlich begaben sich aber doch alle in die Boote und fuhren die erste Stufe hinunter. Da die erste Stufe nicht gerade ein leichter Einstieg in die Strecke ist und viele von uns noch nicht viel Wildwassererfahrung hatten, stand immer jemand im Wasser, um im Notfall helfen zu können. Nach der Mittagspause war vielen so kalt, das nur noch wenige Hartgesottene weiter paddelten. Als auch die letzten Kräfte erschöpft und alle Boote in dem Duschcontainer untergebracht waren, ging es wieder Richtung Zeltplatz. Der geplante Grillabend fiel aufgrund der unveränderten Wetterlage sprichwörtlich ins Wasser, weshalb wir kurzer Hand einen Tisch beim Griechen bestellten. In der schicksten Jogginghose genossen wir das leckere Essen und ließen den Abend später mit Chips, Gitarre und Gesang in der Hütte ausklingen. Der Sonntagmorgen begann zwar kalt, aber ohne Regen, so dass es uns ein wenig leichter fiel nach der üblichen Bäckerplünderung und der gemeinsamen Stärkung in die nassen Neos zu steigen. Nach einer kurzen Theorieeinheit spielten wir zum Aufwärmen in voller Montur (Neo, Spritzdecke, Paddeljacke, Schwimmweste) eine Runde Rugby, wobei es leider eine Verletzte gab. Mit dem Rest ging es wieder auf die Strecke. Auf das übliche Schwimmen folgte ein reger Gebrauch des vereinseigenen TopoDuos in dem sich alle möglichen verschiedenen Paarungen auf die Strecke wagten. Ob Erfahrener und Anfänger, zwei Erfahrene, oder Tochter und Vater, alle hatten viele Zuschauer (Obwohl das letzte Pärchen zu beobachten sicher am interessantesten war). Zweier fahren hat mir persönlich sehr viel Sicherheit und Bootsgefühl gegeben, so dass sogar ich mich allein in die Fluten stürzte und zu meiner Überraschung sogar mehrfach heil unten an. Gegen Ende des Nachmittags schwanden dann jedoch die Kräfte, so dass Kenterungen nicht nur bei mir häufiger wurden. Trotzdem war es meiner Meinung nach ein volles Erfolgswochenende, was nur durch die vielen Krankheitsfälle danach getrübt wurde. Hm... ob das tote Schaf damit was zu tun hatte?

Elisa