4. Deutscher Wildwasser Cup

von Elisa Klein

Wer an Wildwasser denkt und keine eigene Erfahrungen damit gemacht hat, hat entweder die spektakulären Bilder von verrückten Leuten im Kopf, die sich Wasserfälle herunterstürzen, oder Kanuslalom Athleten, die mit wenigen gezielten Paddelschlägen auf wundersame Weise die über dem Wasser aufgehängten Tore treffen. Das Freizeit- und Wettkampfsport kombinierbar sind und die Kombination großen Spaß machen kann, zeigt der große Andrang beim 4ten deutschen Wildwasser Contest, der im September in Hildesheim stattfand. 90 Teilnehmer mit einer Alterspanne von 67 Jahren traten in vier Kategorien gegeneinander an. Slalom, Sprint, Topo Duo Sprint und Boatercross.

Beim Slalom galt es, genau wie im Wettkampfsport, die aufgehängten Tore in der richtigen Richtung zu durchfahren, allerdings gab es etwas vereinfachte Regeln. So gab es keine Strafzeit, wenn die Stäbe berührt wurden, sondern nur, wenn eines gar nicht durchfahren wurde. Im Sprint ging es darum, die beste Linie zu treffen und möglichst schnell unten anzukommen. Das gleiche gilt für das Topo Duo rennen, nur das hier in dem Wildwasser Zweier von Eskimo gefahren wurde. Boatercross ist eine relativ neue Trendsportart, bei der vier Paddler gleichzeitig eine Wildwasserstrecke hinunter paddeln, in der Regel mit ein oder zwei Bojen, die es zu umfahren gilt und um den ersten Platz kämpfen. Dabei wird keine Rücksicht auf Verluste genommen. Der Moderator der Veranstaltung beschrieb die Sportart ganz passend als „Mischung aus Wildwasser und Autoskooter“.

Außer diesen offiziellen Wettkämpfen fanden noch einige Spaßaktionen statt. Es gab ein Rennen um die Ananas, bei der man in dreier Teams versuchen sollte einen leichten Wasserball nur mit dem Paddel als erster ins Ziel zu bringen. Außerdem wurden Wurfsäcke auf Zeit gestopft und der Schnellste konnte dann einen neuen Wurfsack sein Eigen nennen. Lennard organisierte spontan auch noch ein Topo Duo Boatercross, bei dem ich, vorne sitzend, unter zwei andere Boote geriet, zum Glück blieb ich aber unverletzt und konnte das Rennen noch beenden.

Lennard und ich waren mit Martin aus Neumünster angereist. Ich hatte vor allem das Ziel, die Frauenquote zu heben und mich nicht komplett zu blamieren. Schon die ca. 2,5m hohe Rampe, von der alle (außer im Zweier) starten mussten, war für mich eine große Hürde. Das sieht verdammt hoch aus, wenn man da oben im Boot sitzt. Trotzdem fuhr ich alle Wettkämpfe mit und das sogar überraschend gut.
Im Boatacross fuhr ich im Vorlauf verwundert als zweite durch das Ziel und zog damit ins Finale ein. Allerdings wurde für die letzten Läufe das Wasser komplett aufgedreht, so dass der Wasserstand auf der Strecke deutlich stieg, die Schwierigkeiten zunahmen und sich die Strömung veränderte. Ich bin vorher nie bei diesem Wasserstand gefahren und hatte auch nicht die Chance mir die Strecke noch einmal anzugucken, weil das Wasser des Flusses, wegen des heißen Wetters in den Wochen vorher nur reichte, um den hohen Wasserstand einige Minuten zu halten, bevor es ablief. Deshalb konzentrierte ich mich darauf, nicht zu kentern und heil unten anzukommen, und weniger auf das Rennen. Trotzdem war ich kurzzeitig auf dem zweiten Platz, weil ich schneller um die erste Boje gekommen bin, als die anderen beiden. Am Ende verfehlte ich das Treppchen nur knapp, weil ich an der zweiten Boje vorbei trieb und einen größeren Bogen fahren musste.

Im Slalom bin ich durch alle Tore, bis auf das letzte gut durchgekommen. Das letzte Kehrwasser habe ich dann leider mit zu wenig Schwung verlassen und habe das Tor auf der anderen Seite der Strömung nur von außen getroffen, so dass ich nicht überrascht war auf dem 6ten von 8 Plätzen gelandet zu sein. Allerdings waren hier die Zeitstrafen noch nicht zu unseren Zeiten addiert worden, so dass sich die Rangliste noch einmal änderte und ich, da mein letztes Tor als durchfahren galt, wieder auf dem vierten Platz und damit im Finale war. Im Final Lauf konnte ich dann meine Zeit noch um 5 Sekunden verbessern und den Abstand auf die dritte deutlich verkürzen.

Wir waren uns alle einig, dass wir im nächsten Jahr gerne wieder mit machen wollen. Außerdem haben wir beschlossen mehr Frauen anzuwerben, ein Feld von 8 Frauen und zwei Juniorinnen (U18) ist ja schon mal ein Anfang, aber damit gab es immer noch 8mal so viele männliche Teilnehmer wie weibliche, da ist noch Platz nach oben.

Elisa Klein

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